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"Einfach zu gut... Hamm. Alles sprach für ein packendes, ausgeglichenes Endspiel. Schließlich war Svenja Weidemann, Nummer 24 der deutschen Rangliste, ohne Satzverlust und in beeindruckender Manier durch das Hauptfeld der 18. Sparkasse Hamm Ladies Open marschiert. Und immerhin wartete dort Lydia Steinbach, Siegerin von 2008, Finalistin des vergangenen Jahres und noch dazu im nationalen Ranking auf Position 16 geführt. Doch als Steinbach gestern Nachmittag die Glückwünsche ihrer Kontrahentin am Netz entgegennahm, lagen gerade einmal 58 Minuten Arbeit hinter ihr. Deutlich mit 6:4, 6:0 hatte die 29-Jährige vom TC RW Wahlstedt dank einer bärenstarken, konzentrierten und nahezu fehlerfreien Vorstellung gegen ihre gleichaltrige Ettlinger Kontrahentin die Oberhand behalten. Und die erkannte anschließend neidlos die Überlegenheit Steinbachs an. „Sie war einfach zu gut“, sagte Weidemann. Vor allem im Lauf des zweiten Satzes sei Steinbach „zu stark geworden“. Die Siegerin der 1.500 Euro Preisgeld hatte derweil den entscheidenden Unterschied am gestrigen Nachmittag vor fast 300 Zuschauern in der Tennishalle des TuS 59 ausgemacht. „Ich war mit meinem Aufschlag sehr zufrieden“, sagte Steinbach, die schon im Vorjahr einen glatten Zweisatz-Erfolg auf dem Hammer Teppich gefeiert hatte, als sich die beiden Kontrahentinnen im Achtelfinale begegnet waren. Sieben Asse standen am Ende des gestrigen Duells für Steinbach zu Buche, doch wichtiger war die hohe Quote gelungener erster Versuche. Weidemann fand keine Möglichkeit, ihr variables, druckvolles Spiel aufzuziehen. Sie war sichtlich beeindruckt von der lauf- und kampfstarken Steinbach, die keinen Ball verloren gab, und ließ mit zunehmendem Spielverlauf immer mehr die Präzision in ihren Schlägen vermissen. Ein Break zum 2:1 im ersten Satz reichte der späteren Siegerin, um das Fundament für ihren Erfolg zu legen. Nach 39 Minuten hatte sie den ersten Durchgang eingefahren. Als sie ihrer Kontrahentin im zweiten Satz sofort das Service abgenommen hatte, war der Widerstand Weidemanns gebrochen. „Es macht einfach mehr Spaß, gegen jemanden anzutreten, der noch richtig Tennis spielen kann“, erklärte Steinbach ihre Lockerheit im Finale. Dabei schien ihr Auftritt im abschließenden Turnierspiel gefährdet zu sein. Denn zweimal war sie in ihrem Halbfinalmatch, das sie nach zweistündigem Kampf gegen Vanessa Henke für sich entschieden hatte, umgeknickt, hatte sich eine leichte Bänderverletzung zugezogen. Doch im Finale biss sie auf die Zähne. Nichts war zu sehen von einem Handicap, zu eindeutig war die Überlegenheit der Wahlstedterin. Das Duell der beiden Routiniers war symptomatisch für die Veranstaltung, die so bitter mit den Absagen von Lokalmatadorin Manon Kruse und der topgesetzten Titelverteidigerin Julia Babilon begonnen hatte. „Das war schade für alle Seiten“, meinte Turnierdirektor Günter Darenberg. „Aber nach dem ersten Schock habe ich gedacht: Gut, das ist die Chance für die anderen.“ Genutzt haben diese aber vor allem die erfahrenen Spielerinnen, sie wehrten den Angriff der „jungen Wilden“ ab. Die Russin Inna Kuzmenko war mit 23 Jahren die Jüngste im Halbfinalfeld. „Der Wachwechsel ist noch einmal verschoben“, bilanzierte Darenberg. Dennoch: Svenja Weidemann blieb nur die Hoffnung auf ihren nächsten Auftritt. „Ich hoffe, dass ich wiederkommen und das Turnier auch mal gewinnen kann“, sagte sie. Was schwer werden dürfte. Solange Lydia Steinbach noch mitmischt.
Quelle: Westfälischer Anzeiger
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