Henke zurück zu den Wurzeln...

Hamm. Sie war die einzige ungesetzte Spielerin im Halbfinale. Doch ein Indiz für ihr wahres Leistungsvermögen war diese Klassifizierung beileibe nicht. Schließlich hatte Vanessa Henke in der Tennis-Weltrangliste schon einmal die Position 137 inne. 2005 war das, es war der Höhepunkt der sportlichen Laufbahn. Und wenn es nach der 29-Jährigen geht, nur der vorläufige. Dabei hat Henke einen Sturzflug durch das Ranking hinter sich, wird derzeit auf Rang 835 geführt. Aber sie plant noch einmal einen Angriff, die „Sparkasse Hamm Ladies Open“ waren Teil des Plans für die Rückkehr auf die größere Tennisbühne. „Bis Ende dieses Jahres will ich wieder eine Position haben, dass ich die Qualifikation bei Grand Slams spielen kann“, sagt die für den TC Bocholt spielende Rechtshänderin. Platz 220 wird sie dafür wohl in etwa brauchen, mindestens. Aber dort soll nach Möglichkeit noch nicht Schluss sein: „Es wäre natürlich schön, wenn ich irgendwann mal die Top 100 knacken könnte. Den Ehrgeiz habe ich.“ Die Rückschläge des vergangenen Jahres hat Henke verkraftet, Verletzungen hatten sie immer wieder aus dem Tritt gebracht. Zwei Muskelfaserrisse, Entzündungen, Rückenprobleme – „es waren eigentlich immer Kleinigkeiten“, sagt sie. In der Summe allerdings warfen diese sie weit zurück. Henkes primäres Ziel ist es daher erst einmal, „generell wieder Vertrauen zu fassen. Ich muss mir Grundlagen holen. Und dabei hilft mir jedes Match.“ Daher kam ihr das Turnier beim TuS 59 sehr gelegen. Zwölf Jahre nach ihrer ersten Teilnahme war es für Henke so etwas wie die Rückkehr zu den Wurzeln. Vier Begegnungen hatte sie am Ende absolviert, der Einzug ins Finale blieb der Bocholterin knapp verwehrt. Aber: „Ich bin sehr zufrieden, ich habe mich gut reingespielt“, erklärt Henke. Es ist ein steiniger Weg zurück, er führt über die kleinen Turniere. Bei den 10 000-Dollar-Veranstaltungen in Lyon und Dijon würde Henke im März gerne spielen, aber immer bleibt der bange Blick auf die Teilnehmerliste: „Ich muss gucken, wo ich ins Feld komme“, so Henke. Denn die Konkurrenz ist groß. Quantitativ und qualitativ. „Leistungsniveau und Tempo haben sich gesteigert. Es ist gerade gegen die Jüngeren schwer, sich durchzusetzen“, meint die 29-Jährige. Zudem verhindere das neue Punktesystem den raschen Vormarsch in der Weltrangliste. Und bei allem Ehrgeiz – nach vielen Jahren auf der Tour überlegt sich Henke genau, welche Reisen sie antritt. Nicht nur aus sportlichen Gründen. „Es ist wichtig, dass ich mich wohlfühle“, sagte sie. So wie beim TuS 59. Denn der verfüge über ein „super Preisgeld-Turnier“.

Quelle: Westfälischer Anzeiger